Dienstag, 12. Mai 2015

Patchwork, die Erste

Hach!!! Sie ist endlich fertig!
Seufz. Schnief. Freudenschrei!
Es war viel Arbeit. Vor allem vor den letzten Arbeitsschritten habe ich mich lange gefürchtet.

Teil 1: der Patworkteil - war relativ schnell fertig.
Ich habe zwei, drei Stündchen an der Stoffauswahl und -Kombination getüftelt. Meine Jungs hatten ja Mitspracherecht. Ich habe mich bewusst für recht große Teile entschieden. Je kleiner und filigraner die einzelnen Teile, umso größer die Gefahr, dass die Nähte sich nicht sauber treffen. Das war auch ganz gut. Versatz hatte ich recht wenig im Patchworkteil.

Teil 2: die Rückseite.
Den Passenden zu finden, war nicht wirklich einfach. Der Baumwollstoff sollte schlichter sein. Aber finde mal was Passendes in 100% Baumwolle ("mit Sternchen drauf, Mama"), was auch (auch noch nach dem Waschen) breit genug ist...gar nicht so einfach bei 155cm ursprünglicher Breite!
Letztendlich habe ich an beiden Seiten auch ein paar Zentimeter wegnehmen müssen.
Lerneffekt 1: Die Maße des Patchworkteils mit denen der Rückseite abstimmen, bevor man anfängt zu nähen. (Auch, wenn beide Seiten aus mehreren Teilen bestehen, natürlich.)

Teil 3: das Vlies.
Beim Vlies habe ich mich für Cotton 277 von Freudenberg entschieden. Ich habe bereits vor ca. einem Jahr für jedes Kind eine kleine Kuscheldecke mit Namensstickerei gemacht, die sie auf Reisen mitnehmen. Da habe ich bereits dieses Vlies verwendet und habe es nie bereut. Wenn alle Teile aus Baumwolle sind, laufen sie gleicher Maßen ein. Das Knittrige, Verschrumpelte, das ich schon bei vielen sehr dicken Decken mit Kunstfaservliesen gesehen habe, bleibt damit aus.
Und die Decke sollte auch nicht sooo dick werden. Auch das sprach für Cotton 277.

Status: Halbfertigprodukt.
Seit etwa Januar lagen nun also alle drei Lagen in meinem Kellerraum.
Und lagen da.
Warm und trocken.
Auf dem guten Expedit, in dem meine Stoffe wohnen.
Und von da haben sie mich vorwurfsvoll angestarrt.
UFO-Alarm!!
Und UFOs (UnFertige Objekte) mag ich gar nicht. Das hemmt irgendwie meine Kreativität. Ich bin ja so ein "erst-die-Arbeit-dann-das-Vergnügen"-Typ. Ich kann Pflichten und Arbeiten nicht auf den ganzen Tag verteilen und es locker angehen lassen. Macht mich total hektisch. Ich mach erst alles das fertig, was fertig werden muss, damit ich in Ruhe das machen kann, was mir Spaß macht und mich entspannt.
Und UFOs werden von einer kreativen "darauf-hab-ich-jetzt-voll-Bock"-Näharbeit zu einer "muss-ich-aber-noch-fertig-machen"-Pflicht. Meistens entstehen sie, wenn ich aus zeitlichen Gründen mittendrin aufhören muss. Dann hab ich beim nächsten Zeitfenster Lust auf eine andere Nähidee oder bastle was für ein Geschenk und puff hab ich ein UFO geschaffen.
Hosen meiner Söhne, die an den Knien kaputt sind, sind auch so eine Sache...aber dazu später mal.

Zurück zur Patchworkdecke.
Seit Januar hatte ich also Zeit so eine blöde Angst vor der Fertigstellung der Decke zu entwickeln...das Quilten. Ohgottohgottohgott. Das wird bestimmt der totale Krampf. Und dann das Einfassen! Das kann ja nix werden. Ich und Schrägband. Wir sind nur bedingt Freunde. Wenn man nicht so genau hinsieht, ist das Ergebnis meist schon ok. Mehr aber auch nicht. Und eben auch nur, wenn man NICHT genau hinsieht. Und ICH guck ja immer wieder genau hin....Ihr kennt das...

Nu hab ich einfach zu wenig Platz in meinem Keller. Die Decke musste weg. Ihrer wahren Bestimmung zugeführt werden ("Mama, was ist eigentlich mit der großen Decke, die Du für uns gemacht hast?" Äh. ja....)

Und so hab ich sie mir gestern vorgenommen. Und siehe da: es war echt halb so wild. Alle drei Lagen noch einmal auseinander genommen, wieder sauber und gerade aufeinander gelegt. die Ränder sauber zugeschnitten und gesteckt, was das Zeug hält. Der große Junior hat mich tatkräftig unterstützt.

Dann heute im Schatten der Patchworknähte das ganze Schätzeken gequiltet. Also meistens. Im Schatten der bestehenden Naht, meine ich. Auch mal so ein bisschen daneben....Aber, es ging viel besser, als befürchtet!
Lerneffekt 2: gut quilten will gelernt sein. Da hilft wohl nur üben, üben, üben.

Und weil ich gerade so schön "im Flow" war, hab ich mir auch noch die Einfassung vorgenommen. Also Schrägband zur Hand genommen. Das hatte ich für meinen Shop bestellt. (Ich geb zu, so ganz dezent habe ich bei der Bestellung auch an meine Decke gedacht...) Es ist sagenhafte 5cm breit. Fertig gebügelt! Und damit sehr verzeihend, was das nicht super perfekte Nähen der Einfassung angeht.
Ich find es auf jeden Fall super. Nicht zu breit, nicht zu schmal. Eine gute Wahl!
Auch hier war es weniger dramatisch, als befürchtet.
Ich habe mich nach einer Anleitung von Ricarda entlang gehangelt.

Lerneffekt 3: Einfassen ist nicht so schwierig, wie man erst mal denkt. Es will einfach auch geübt sein. Und die Verwendung von breiterem Schrägband (kann man ja auch toll selber machen!), ist eine gute Sache, um es sich erst einmal einfacher zu machen.

Fazit: diese meine erste Patchworkdecke ist nicht perfekt geworden.
Ich musste an den Seiten je ca. zwei bis drei Zentimeter weg nehmen. Damit sind die Quadrate an den Rändern nicht gleich groß wie die anderen.
Die Quiltnähte verlaufen nicht immer ganz genau in dem Schatten der Patchworknähte.
Die Einfassung ist gut geworden, aber nicht immer mit dem exakt gleichen Abstand zum Rand festgenäht.
Aber das ist mir dieses Mal echt recht! Ich find die Decke so schön! Ich hoffe, wir werden sie lange benutzen. Und ich bin richtig stolz, dass ich es endlich fertig habe. So!








Und weil heute Dienstag ist, verlinke ich zu Creadienstag.
Da sie für meine Bengels ist, schicke ich sie auch noch bei Made4Boys vorbei.









1 Kommentar:

  1. Also ich find deine Decke sehr schön! Und manche Sachen brauchen einfach ne längere Lagerung. Wenn sie dann fertig sind kann man sich umso mehr drüber freuen :)
    Liebs Grüßle, Julia

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